neuland

Sollte mit dem Zugeständnis offenkundig disparater Räume und Lebensverhältnisse der Sprung über den eigenen Schatten, sollte also Neues Denken tatsächlich einmal gelingen, könnte das so lange Unaussprechliche, dieses Herausfallen ganzer Landesteile aus den ökonomischen Verwertungszyklen, vielleicht einmal in einem anderen Licht erscheinen.
Da würde sie dann endlich schlagen, die Stunde der Geduldigen, die sich nicht dem scheinbar Notwendigen beugen, sondern die Chance zum Experimentieren freudig ergreifen, weil sie, statt überall leere Häuser und Brachen, lauter unerschlossene Möglichkeitsräume sehen. Die Stunde derer, die am ehesten bereit sind, "Neue Länder" tatsächlich als Neuland zu denken.

aus Wolfgang Kil "Luxus der Leere"